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Pulverbeschichtung in der Lebensmittelindustrie - Fluch oder Segen?

Erstellt am 15.11.2018

Die heutige Pulverbeschichtung, existierend seit den 1960er Jahren, ist aus unserer Lebensmittelindustrie nicht mehr wegzudenken. Bei diesem chemisch-technischen Verfahren werden Gegenstände aus vorwiegend metallischen Materialien wie Aluminium, Magnesium, Aluguss, Stahl und Messing aber auch aus anderen Materialen wie Kunststoff oder Gummi, mit einer typischerweise zwischen 60 und 120 Mikrometer dicken Schicht überzogen, beziehungsweise besprüht. Diese Schicht kann, je nach Einsatzgebiet, verschiedene Funktionen haben. So vereinen pulverbeschichtete Teile aus Aluminium sich widersprechende Eigenschaften. Sie sind stoß-, kratz- und abriebfest, gleichzeitig aber auch elastisch und biegsam. Eine Pulverbeschichtung in der Lebensmittelindustrie schützt metallische Gegenstände vor Korrosion und bildet oft die Isolation zwischen dem Lebensmittel und dem eingesetzten Grundmaterial, um Verunreinigungen zu vermeiden. Eine Pulverbeschichtung kann aus unterschiedlichen Materialien bestehen. In der Lebensmittelindustrie werden jedoch vorwiegend duroplastische Kunststoffe eingesetzt. Bei dem Beschichten mit Pulverlacken werden im Gegensatz zu allen anderen Beschichtungstechnologien keine Lösungsmittel eingesetzt. Dennoch ist die Pulverbeschichtung in der Lebensmittelindustrie nicht als uneingeschränkt unbedenklich zu bewerten. So können sich einzelne Bestandteile der Beschichtung beim Kontakt mit Lebensmitteln lösen, und von diesen aufgenommen werden. Der Verzehr kontaminierter Lebensmittel durch Fremdstoffen aus der Verpackung kann gesundheitsschädigende Auswirkungen auf den Organismus haben. So stehen einige Stoffe in Verdacht, Krebs zu erregen oder Erbgut verändernde Prozesse im Körper auszulösen.

Pulverbeschichtung ist vielseitig einsetzbar in der Lebensmittelindustrie

Die Pulverbeschichtung in der Lebensmittelindustrie ist eine vielseitig einsetzbare Methode, um das Grundmaterial eines Gegenstandes in seinen Eigenschaften zu ergänzen oder zu verbessern. Beispielsweise verhindern Kunststoffbeschichtungen in Konservendosen die Korrosion des Metalls sowie das Übergehen winziger Aluminiumpartikel in das verpackte Lebensmittel. Unzählige Firmen bieten die Pulverbeschichtung für die Lebensmittelindustrie an. Dabei sollte gewährleistet sein, dass die verwendeten chemischen Stoffe im Pulver lebensmittelecht sind, also sich beim Kontakt mit dem Lebensmittel nicht lösen und in dieses übergehen können. Doch nicht nur in Verpackungen wie Joghurtdeckel oder Getränkekartons findet man die Pulverbeschichtung. Auch viele alltägliche Haushaltsgegenstände werden mit diesem speziellen Verfahren veredelt. Teller und Müslischalen werden durch ihre Pulverbeschichtung erst spülmaschinenfest. Backöfen und -bleche erhalten eine Pulverbeschichtung um die Haftfähigkeit zu vermindern und dem Nutzer die Reinigung zu erleichtern. Das Gleiche gilt für Pfannen mit Teflon-Beschichtung. Allgemein kommen Pulverbeschichtungen Pulverbeschichtungen überall zum Einsatz, wo beispielsweise Isolation, eine chemische Beständigkeit, Korrosionsschutz, Verschleißschutz, Antistatik, Gleiteigenschaften, Dekoration oder auch Antihafteigenschaften gefragt sind. Eingesetzte Maschinen in der Lebensmittelindustrie erhalten in der Regel eine Pulverbeschichtung, um die Lebensmittel beispielsweise nicht mit metallischen Kleinteilen zu kontaminieren.

Warum werden Verpackungen beschichtet?

Die Pulverbeschichtung wird bereits seit den 1960er Jahren praktiziert und ist in der Lebensmittelindustrie inzwischen fester Bestandteil des Herstellungsprozesses von Verpackungen, verarbeitenden Maschinen, sowie Haushaltsgeräten und -Gegenständen, welche mit Lebensmitteln in Berührung kommen können. Bei der Pulverbeschichtung werden immer zwei Stoffkomponenten, meist Kunststoff und Metall miteinander kombiniert, um die positiven Eigenschaften beider Werkstoffe zu vereinen. Ein Beispiel für ein Produkt, welches jeder Konsument kennt, ist der Joghurtdeckel. Er besteht aus dem Leichtmetall Aluminium und ist demnach formbar. Jedoch ist der Stoff nicht sehr robust und kann durch Stöße beschädigt werden. Um den Deckel transportsicher zu machen, wird er von der Unterseite, mit einer Kunststoffschicht besprüht. Die obere Seite wird mit einem Bild bedruckt, welches meist die Sorte erkennen lässt und verschieden Informationen zum Produkt ausweist.

Das Verfahren

Die elektrostatische Pulverbeschichtung ermöglicht das präzise Auftragen von kleinsten Partikeln auf ebene und unebene Flächen oder Gegenstände. Das verwendete Pulver, erhältlich in allen RAL-Farben, wird über Sprühdüsen auf den entsprechenden Grund aufgetragen und ermöglicht eine feinporige Benetzung des Werkstoffes. Dabei erkennen spezielle Maschinen kleinste Risse oder Unebenheiten im zu beschichtenden Untergrund und gleichen diese aus. Eine Beschichtungsanlage führt zunächst eine Oberflächenvorbehandlung durch. Dabei wird der zu beschichtende Gegenstand gereinigt und eine Konversionsschicht aufgebracht. Im nächsten Schritt erfolgt die Zwischentrocknung. Jetzt erst durchläuft das Produkt die sogenannte elektrostatische Beschichtungszone, in welcher die Hauptbeschichtung aufgetragen wird. Anschließend wird der Gegenstand getrocknet.

Bestandteile gesundheitsschädigend

Immer wieder gibt es Skandale in der Lebensmittelindustrie. So ist auch die Pulverbeschichtung in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Das bekannte Bisphenol A, ein Weichmacher welcher in Einwegflaschen aber auch in Kunsstoffbeschichtungen von Konservendosen verwendet wird, konnte in den verpackten Getränken und Lebensmitteln nachgewiesen werden. Nimmt der Konsument diese zu sich, findet man den hormonellen Schadstoff anschließend in dessen Blut. Frühreife, eine verminderte Spermienzahl und Verhaltensstörungen werden mit diesem Stoff in Zusammenhang gebracht.

Überwachung durch das Bundesinstitut für Risikobewertung

Das BfR, das Bundesinstitut für Risikobewertung ist dafür zuständig, die Industrie zu überwachen und Empfehlungen auszusprechen. Es veröffentlicht Studien und gibt seine Risikoeinschätzung zu chemischen Substanzen und deren Verwendung in der Lebensmittelindustrie ab. Problematisch ist jedoch, dass einige Studien von der Industrie in Auftrag gegeben werden und vom Verbraucher somit nicht als unabhängig und neutral gewertet werden können.

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